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  Germanistik
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Kraut, Philip (Hrsg.) | Jaehrling, Jürgen (Hrsg.) | Meves, Uwe (Hrsg.) | Hünert-Hofmann, Else (Hrsg.)

Briefwechsel der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm mit Gustav Freytag, Moriz Haupt, Heinrich Hoffmann von Fallersleben und Franz Joseph Mone

(2016)
Briefwechsel der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, Band 7

Alle Briefautoren dieses Bandes sind prominente Persönlichkeiten ihrer Zeit. Freytag, später erfolgreich als Romancier, war als junger Mann Universitätsgermanist und arbeitete am Wörterbuch mit, konnte sich jedoch nicht als Wissenschaftler etablieren. Zunehmend rückte er von seinem Lehrer Hoffmann von Fallersleben ab, der schon seit 1818 zum engeren Arbeitsumfeld der Grimms gehörte und mit ihnen über deutsche und niederländische Literatur korrespondierte.

Die Brüder Grimm und der jüngere Philologe Haupt tauschten sich über alte Sprachen wie Gotisch oder Griechisch, altdeutsche Literatur und die eigene Forschung aus.
Mit dem badischen Germanisten und Archivar Mone verband die Brüder Grimm Freundschaft und scharfe wissenschaftliche Kritik. Der Zugang zu den Heidelberger Handschriften wurde mit ihm genauso diskutiert wie das Verhältnis von Mythos und Geschichte.

Die Briefe werden durch Apparate, lemmatisierte Kommentare und ein Personenregister erschlossen. Eine kleine Sensation ist, dass zu den Quellen, die der Band zugänglich macht, auch das seit Jahrzehnten verschollene und bisher nie edierte Fragment e des mittelalterlichen Roman de Renart gehört, das Mone einem Brief an Jacob Grimm beifügte

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Schulze, Ursula (Hrsg.)

Das Münchner Weltgerichtsspiel

und Ulrich Tenglers Büchlein vom Jüngsten Gericht
(2014)
Relectiones, Band 2

Am Ende der Zeiten steht das Weltgericht. Seine Vorführung stellte im Geistlichen Spiel des Mittelalters und der Frühen Neuzeit ein zentrales Thema dar. Alle Menschen werden für ihre Lebensleistung belohnt oder bestraft. Die theatrale Inszenierung korrespondiert mit zahlreichen Darstellungen in der Bildenden Kunst: Christus erscheint als Richter und spricht das Urteil über Gute und Böse.

Die handschriftliche Aufzeichnung des Münchner Weltgerichtsspiels schließt sich an eine Aufführung im Jahre 1510 an und fällt durch die Eigenartigkeit seiner Komposition und der verwendeten Motive auf. Offenbar war das Spiel auch für Zeitgenossen sehr beeindruckend; Ulrich Tengler hat es schon kurze Zeit später für das Rechtshandbuch Der neu Layenspiegel bearbeitet, um die Rechtsprechenden zur Verantwortung ihrer Tätigkeit vor Gott zu mahnen. Diese Überführung des Geistlichen Spiels in das Medium des Rechtshandbuchs stellt ein einzigartiges Rezeptionszeugnis dar.

Der vorliegende Band enthält sowohl das Münchner Spiel als auch seine Bearbeitung, beide in frühneuhochdeutscher Sprachform; ihnen ist eine Übertragung in heutiges Deutsch nebst Einführung und Erläuterungen an die Seite gestellt. So werden die beiden Weltgerichtstexte zum ersten Mal in ihrem besonderen Zusammenhang lesbar – man sieht die Inszenierungen biblischer Vorstellungen für eine Spieldarbietung und die Aufbereitung für die geistliche Belehrung im Zusammenhang mit der Rechtspraxis.